24 Stunden auf der Finca Son Roig
Was ist Agrotourismus und warum ist Mallorca das ideale Reiseziel?
Mehr als nur eine ländliche Unterkunft
Diese Verwechslung kommt häufig vor. Viele Reisende kommen nach Mallorca auf der Suche nach „etwas Besonderem“ und buchen schließlich ein Boutique-Hotel mit Pool auf einem renovierten Landgut. Das mag durchaus reizvoll sein, ist aber nicht zwangsläufig Agrotourismus.
Echter Agrotourismus bedeutet eine enge Verbindung mit der landwirtschaftlichen Tätigkeit des Ortes. Ein Landgut, das seinen Obst- und Gemüsegarten weiterhin bewirtschaftet, eigene Produkte herstellt und den Aufenthalt seiner Gäste nach dem Rhythmus der Natur gestaltet. Beim Frühstück stammen die Tomaten vom eigenen Feld – nicht als Marketingidee, sondern weil sie am selben Morgen geerntet wurden.
Im Inselinneren Mallorcas hat diese Philosophie eine lange Tradition. Die mallorquinischen Possessions, die historischen Landgüter, welche über Jahrhunderte die Landwirtschaft der Insel prägten, sind der Ursprung vieler Häuser, die heute Gäste aus ganz Europa willkommen heißen. Der Marès-Sandstein, Rundbögen, Zisternen und jahrhundertealte Mandelbäume sind keine Dekoration, sondern Ausdruck einer Lebensweise, die die Industrialisierung des Küstentourismus überdauert hat.
Warum gerade Mallorca?
Agrotourismus gibt es in vielen Regionen des Mittelmeerraums – in der Toskana, in der Provence oder im portugiesischen Alentejo. Jede Region hat ihre eigenen Vorzüge. Mallorca vereint jedoch eine Kombination von Eigenschaften, die nur schwer anderswo zu finden ist.
Der erste Grund ist das Klima. Die Insel zählt mehr als 300 Sonnentage im Jahr, doch das Inselinnere ist im Sommer deutlich kühler als die Küste und zugleich wesentlich weniger überlaufen. Wer im Juli nach Palma oder Alcúdia reist, muss mit großen Menschenmengen rechnen. Wer dagegen Porreres, Felanitx oder Campos besucht, erlebt eine völlig andere Atmosphäre.
Der zweite Grund ist die landschaftliche Vielfalt auf engem Raum. Innerhalb von weniger als vierzig Kilometern gelangt man vom Tramuntana-Gebirge in die Ebenen des Pla, von den Buchten im Süden bis zu den Weinbergen im Inselinneren. Diese überschaubare Größe macht es möglich, eine Woche lang jeden Tag eine andere Landschaft zu entdecken, ohne stundenlang mit dem Mietwagen unterwegs zu sein.
Der dritte Grund ist die Reife des Angebots. Mallorca entwickelt seinen ländlichen Tourismus seit Jahrzehnten, was sich in der Qualität der Unterkünfte, der Gastronomie, der gut ausgeschilderten Wander- und Radwege sowie in der engen Zusammenarbeit zwischen lokalen Produzenten, Restaurants und Hotels widerspiegelt. Mallorca ist kein Reiseziel, das sich noch entwickelt – sondern ein gefestigtes Gesamterlebnis, auf das sich Reisende verlassen können.
Die Gastronomie als Herzstück des Erlebnisses
Über mallorquinischen Agrotourismus zu sprechen, ohne die Gastronomie zu erwähnen, ist unmöglich. Die Küche des Inselinneren zählt zu den authentischsten des Mittelmeerraums: traditionell gereifte Sobrassada, handwerklich hergestellte Ensaimadas, Tumbet mit Gemüse aus dem eigenen Garten und regionale Weine, die in den letzten Jahren internationale Anerkennung gewonnen haben.
Auf einem hochwertigen Agrotourismus-Anwesen wie der Finca Son Roig ist die Gastronomie kein zusätzlicher Service. Sie bildet einen wesentlichen Bestandteil des Gesamterlebnisses. Das Restaurant arbeitet mit den Produkten, die auf dem eigenen Land wachsen, und diese Authentizität spiegelt sich auf jedem Teller wider. Die Verbindung zwischen dem, was nur wenige Meter vom Tisch entfernt wächst, und dem, was schließlich serviert wird, ist eine Erfahrung, die ein klassisches Resort nicht bieten kann.
Finca Son Roig: Eine andere Art zu entspannen
Wer zur Finca Son Roig kommt und etwas anderes als den klassischen Küstenurlaub sucht, findet hier genau das: Ruhe, Weite und die Möglichkeit, vollkommen abzuschalten.
Das bedeutet jedoch nicht, nichts zu tun. Es bedeutet, sich dem Rhythmus der Umgebung anzupassen. Eine Wanderung am Morgen auf den traditionellen Pedra-en-Sec-Wegen rund um Porreres, ein Nachmittag am Pool mit Blick auf die Mandelhaine und ein Abend, an dem die Dunkelheit wirklich dunkel ist, weil es kilometerweit keine beleuchteten Straßen gibt. Die Zimmer, die sich im historischen Gebäude der mallorquinischen Possession befinden, bewahren die Natursteinarchitektur und die stille Atmosphäre, die kein modernes Innendesign künstlich erschaffen kann.
Und bevor der Tag zu Ende geht, ein Glas Wein auf der Terrasse. Am besten einen Wein aus Sa Cabana, dem hauseigenen Weingut der Finca Son Roig, wo Trauben, die auf demselben Boden wachsen, zu einem Wein werden, den man in aller Ruhe genießen sollte.
Das Inselinnere Mallorcas wartet auf Sie
Mallorcas Küste wird immer zu den beliebtesten Stranddestinationen Europas gehören. Doch die Tourismusform, die in den letzten Jahren am stärksten gewachsen ist, findet sich nicht direkt am Meer. Sie lebt in den Dörfern des Pla, auf den weiterhin bewirtschafteten Landgütern und in Restaurants, deren Köche ihre regionalen Produzenten persönlich kennen.
Wer dieses Mallorca einmal entdeckt hat, kehrt nur selten zu der anderen Seite der Insel zurück.